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  • TERESF
    registriert am 08.11.2017

Rückblick auf die Wildcard Playoffs

twifDie Wildcard Playoffs sind vorüber, sie brachten uns eine große Überraschung, ein eher unerwartetes Ergebnis, eine klare Vorstellung sowie eine erwartet hart umkämpfte Schlacht. Zeit also für eine kleine Einschätzung.

Willkommen zu This Week in Football. Wie gehabt richte ich auch heute wieder den Blick zurück, während morgen im Gameday dann die kommenden Spiele ausführlich beleuchtet werden. Was ich heute konkret vorhabe ist, für jedes der Spiele des letzten Wochenendes ein paar Punkte zu nennen, die letztlich den Unterschied gemacht haben.

Saints @ Seahawks

Wo soll man hier anfangen? Dieses Spiel war in seiner Gesamtheit so nicht zu erwarten. Allen war eigentlich klar, dass es hier nur einen Sieger geben konnte – nämlich den amtierenden Super-Bowl-Gewinner als Louisiana. Doch da wurde die Rechnung offensichtlich ohne den Wirt gemacht.

Die Seahawks brauchten zwar etwas Zeit, um ins Spiel zu finden, aber sie machten spätestens nach dem frühen Zehn-Punkte-Rückstand deutlich, dass sie nicht ohne Kampf untergehen würden. Und scheinbar haben die Saints damit nicht gerechnet. Ihre Lage war psychologisch höchst interessant. Sie wurden von allen als klarer Favorit gesehen, was man aus dem letzten Jahr gar nicht kannte. Da war man selbst der Underdog. Eine komplett andere Ausgangssituation also.

Dann gingen sie früh und vor allem ohne große Mühe mit 10:0 in Führung und hätten mit etwas mehr Übersicht sogar mit zwei Touchdowns führen können. Ich denke da an einen dritten Versuch, bei dem Drew Brees selbst hätte gehen können, um ein neues First Down zu erreichen. Er warf einen Pass und es langte nicht, also kickte man ein Field Goal. Es ging also alles locker zu. Unterbewusst schaltet man dann schon mal einen Gang zurück.

Auf Seiten der Seahawks wiederum trat jetzt eine gewisse Jetzt-oder-nie-Mentalität zu Tage. Sie wurden aggressiver in ihren Spielzügen und kamen so zu Punkten. Und dadurch, dass man nun die risikoreicheren Pässe auspackte, entblößten die Seahawks das große Problem der Saints dieser Tage: Die Secondary war arg ersatzgeschwächt! Nicht nur die, aber es wurde deutlich, wie wichtig ein Malcolm Jenkins mittlerweile doch geworden ist in New Orleans. Ohne ihn fehlte Ordnung und in erster Linie auch die Durchschlagskraft.

Den KO-Schlag verpasste den Saints dann der Wahnsinnslauf von Marshawn Lynch, der allein damit seine Verpflichtung gerechtfertigt haben dürfte. Er durchbrach auf dem Weg in die Endzone acht Tackles und zerschmetterte alle Hoffnungen New Orleans‘ auf ein Comeback. Ohne diesen Spielzug weiß ich nicht, ob Seattle das nach Hause schaukelt, denn ich war mir ziemlich sicher, dass die Gäste das Spiel noch hätten drehen können, hätten sie den Ball zurückbekommen. Doch es sollte nicht sein und so bleibt auch Brees weiter ohne Auswärtssieg in den Playoffs.

Jets @ Colts

Peyton Manning war mit den Colts zu Hause in Wildcard-Spielen noch ungeschlagen. Insofern ging „Indy“ auch als Favorit in die Partie. Die Jets gewannen jedoch, weil sie mehr aus ihren Möglichkeiten machten. Oder sollte man lieber sagen, die Colts haben aus ihren zu wenig gemacht?

New York spielte keineswegs überragend, Mark Sanchez allein warf so viele unpräzise Pässe, dass man sich schon fragen muss, wie er überhaupt hin und wieder gut aussieht. Was die Gäste aber gut machten, war mit dem Ball zu laufen. Ich predige hier schon lange, dass die Colts den Lauf nicht stoppen können, dieses Mal hat es auch mal ein Gegner begriffen! Je mehr man effektiv läuft, je länger bleibt der Ball in den eigenen Reihen und damit weg von Manning. Ohne Ball kann selbst er keinen Schaden anrichten.

Hatte er aber den Ball, war es meist doch gefährlich, aber eben nicht in den entscheidenden Situationen. Was mich schockierte war die Auswahl der Spielzüge. Phasenweise hatte ich den Eindruck, dass zu viel Wert auf eigene Balance gelegt wurde. Es gab viel zu viele Draw-Spielzüge aus der Shotgun-Formation. Das hat die Jets zwar ein paar Mal überrumpelt, aber die Colts übertrieben es und wurden schließlich gestoppt.

Ebenfalls überraschend war die Anzahl der kurzen Pässe bei dritten Versuchen. Also solche Momente, in denen der neue erste Versuch deutlich wichtiger ist als alles andere. Da nun überwiegend mit Screens und Checkdown-Pässen zu arbeiten ist dumm, wenn man bedenkt, dass die Colts dafür nicht ausgerichtet sind. Ihre Receiver sind zweifelsohne gute Leute, aber Catch-&-Run gehört nicht zu ihren Stärken. Hier wurden viele Möglichkeiten liegengelassen.

Entscheidend waren dann am Ende zwei Dinge. Zunächst der fallengelassene Pass von Blair White vor dem 50-Yard-Field-Goal von Adam Vinatieri zur Führung. Fängt White den Ball, bekommen die Colts einen neuen ersten Versuch und können die Zeit herunterspielen, um den Jets die Chance zum Konter zu nehmen. So blieb ihnen noch genügend Zeit.

Dann war da noch die Timeout, die Jim Caldwell 40 Sekunden vor Schluss nahm, direkt nachdem New York ein neues First Down am Rande der Field-Goal-Reichweite geschafft hatte. Was wollte er damit bloß bezwecken? Es war die letzte Auszeit der Colts, sie hätten den Ball also ohnehin nicht zurückbekommen. Caldwell erklärte nach dem Spiel, er wollte die Jets zu so vielen Snaps wie möglich zwingen. Doch die Erklärung ist fragwürdig. Läuft die Zeit weiter, müssen die Jets sich beeilen bzw. ihre letzte Timeout nehmen. So gestattete man ihnen die Gelegenheit, sich ohne Hektik zu sortieren, was denen letztlich geholfen hat.

Außerdem stellten die Colts am Ende auf Mann-gegen-Mann-Deckung um, anstatt ihr gewöhnliches Cover-2-System zu spielen. Sehr waghalsig, wenn man sich die kleinen Cornerbacks im Vergleich zu den großen Receivern der Jets anschaut. So hatte Braylon Edwards zum Schluss auch leichtes Spiel bei seinem wichtigen Catch.

Ravens @ Chiefs

Eine klare Angelegenheit wurde das Spiel im Arrowhead Stadium. Die Begründung hierfür liegt auf der Hand: Auch die Chiefs machten den Fehler, von ihrem Stil abzuweichen. Sie haben die beste Lauf-Offensive der Liga und demonstrierten auch in einigen Phasen der Partie, wozu sie fähig sind. Bestes Beispiel war der Touchdown-Lauf von Jamaal Charles. Doch anstatt seine Stärken auszuspielen, wurde viel zu viel Wert aufs Passspiel gelegt.

Ohne Not gab man die Verantwortung in die Hände von Matt Cassel, der ganz einfach überfordert war mit dieser Situation. Er vervollständigte nur neun seiner 18 Pässe und warf drei Interceptions. Wer weiß, ob sie eine echte Chance gehabt hätten, wenn sie ihr Laufspiel durchgezogen hätten. Aber anstatt sich auf die eigene Stärke zu verlassen, half man lieber dem Gegner enorm, indem man die eigene Stärke freiwillig aufgab.

Packer @ Eagles

Die einfache Erklärung für den Ausgang des Spiels sind die zwei verschossenen Field Goals von David Akers. Immer, wenn ein so zuverlässiger Spieler wie er versagt, ist das gravierend und schwer aufzufangen. Es wäre allerdings zu einfach, nur dem Kicker die Schuld an der Pleite zu geben. Die frühe Oberschenkelverletzung bei DeSean Jackson hat sicher auch nicht geholfen. Er kam zwar zurück, war aber danach nicht mehr der Alte. Ihm fehlte das bisschen Extra-Speed, das ihn sonst so stark macht. Den Rest besorgte schließlich die aggressive Defense der Packers, die einmal mehr zeigte, wie gut sie doch ist.

Offensiv machten die Packers da weiter, wo sie zuletzt aufgehört hatten. Sie setzten verstärkt auf den Lauf und zwar ganz ohne Tricks. Immer, wenn sie in einer ihrer Drei-Back-Formationen antreten, dann liefen sie auch. Und zwar mit Power. Aber ganz ehrlich: Wer hat den Namen James Starks vor dieser Begegnung schon einmal gehört? Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass er mir neu war. Man fragt sich natürlich, warum Mike McCarthy ihn nicht schon früher ausgegraben hatte, doch so war in den Playoffs der Überraschungseffekt größer. Er brachte die Qualität, die mit dem Ausfall von Ryan Grant fehle: Er läuft effektiv mit dem Ball. Jetzt weiß man auch, wieso die Packers nicht aggressiver versuchten, einen Running Back zu bekommen – man hatte ja noch Starks.

Am Ende warf Michael Vick die entscheidende Interception, die die Heimniederlage besiegelte. Warum? Vielleicht, weil kaum noch Zeit auf der Uhr war, er hektisch wurde und es zwingen wollte. Nicht geholfen hat sicherlich, dass die Eagles keine Timeout mehr hatten, da Andy Reid sie verfrüht aufbrauchte, womit wir wieder beim leidigen Thema Game-Management sind…

Alles in allem darf man aus neutraler Sicht mit diesem Wochenende zufrieden sein, denn auch wenn ein Spiel relativ einseitig war, durfte man eine solche Begegnung doch im Vorfeld auch erwarten. Dass aber ausgerechnet das Ravens-Spiel die Niete und stattdessen das Seahawks-Spiel zum Kracher wurde, beweist doch nur, was den Sport so interessant macht. Man weiß nie hundertprozentig, was einen erwartet.

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