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  • TERESF
    registriert am 08.11.2017

Der Franchise Tag

twifIn den letzten Tagen des aktuellen Collective Bargaining Agreements gibt es für die Teams wenig, was sie in Richtung neuer Saison unternehmen können. Aber eines bleibt ihnen doch: Sie dürfen jeweils einen Spieler mit dem Franchise Tag belegen und ihn somit zumindest kurzfristig binden.

Willkommen zu This Week in Football. Das Thema heute ist der Franchise Tag, von dem viele Teams dieser Tage Gebrauch machen. Hier sollen die wichtigsten Aspekte zu diesem Vertragskniff beleuchtet werden.

Exklusiv oder Non-Exklusiv

Wenn man über den Franchise Tag redet, muss man zunächst erwähnen, dass es diesen in zwei Varianten gibt. Den exklusiven und den non-exklusiven Franchise Tag. Bisher haben nur zwei Teams in diesem Jahr den exklusiven Franchise Tag angewendet, nämlich die Philadelphia Eagles und Indianapolis Colts. Damit ist sichergestellt, dass die Quarterbacks Michael Vick und Peyton Manning auf jeden Fall noch ein Jahr bleiben. Denn die exklusive Variante verhindert, dass der damit belegte Spieler bei einem anderen Team spielen darf, es sei denn, er wird per Trade weitergereicht oder entlassen.

Alle anderen Teams haben für ihre jeweiligen Spieler die non-exklusive Version gewählt. Aus finanzieller Sicht macht dies keinen Unterschied, denn auch hierbei entspricht das garantierte Gehalt dem Durchschnittseinkommen der fünf höchstbezahlten Spieler der vorausgehenden Saison auf der betreffenden Position oder 120 Prozent des vorherigen Jahresgehalts (es zählt die Summe, die jeweils höher ist). Allerdings wird den Spielern in diesem Fall das Recht eingeräumt, mit anderen Teams zu verhandeln, sobald die Free Agency beginnt. Erzielt ein Spieler unter diesen Umständen eine Einigung über einen Vertrag mit einem anderen Team als seinem aktuellen, so kann er das Angebot in Form eines Offer-Sheets annehmen.

Das aktuelle Team des Spielers hätte nun das Recht, ein identisches Angebot zu machen und den Spieler somit zu halten. Alternativ könnte man den Spieler ziehen lassen, bekäme aber vom neuen Team zwei Erstrunden-Draftpicks als Kompensation.

Manning und Vick

Abgesehen davon, dass sie ohnehin keine andere Wahl bzgl. ihres Arbeitgebers hätten, war von vorn herein nicht zu erwarten, dass für diese Spieler ein Teamwechsel anstand. Bei Manning ist der Franchise Tag eine reine Formalie und dient dazu, beiden Parteien mehr Zeit für einen neuen Vertrag zu geben. Die Colts nutzten den Tag eigentlich nur, um ganz sicher zu sein, dass kein anderes Team ein Wahnsinnsangebot für den Quarterback abgeben könnte, das evtl. das Colts-Angebot unnötig in die Höhe triebe – abgesehen davon, dass Besitzer Jim Irsay ohnehin schon angekündigt hat, Manning einen neuen Rekordvertrag zu bieten.

Was Vick angeht, so setzen die Eagles ihre auf Kurzfristigkeit angelegte Strategie fort. Vick ist bereits 30 und durch seine aufreizende Spielweise sehr verletzungsanfällig. Insofern macht es Sinn, nicht unbedingt einen langfristigen Vertrag einzugehen, auch wenn das teuer wird fürs Team. Vick stehen nun ca. 16 Millionen US-Dollar zu. Und wie Vick verlauten ließ, freut sich der Spieler, weiterhin das dunkelgrüne Trikot zu tragen.

Mankins und Jackson

Ganz anders sieht das wohl bei Leuten wie Logan Mankins oder Vincent Jackson aus. Beide wurden im letzten Jahr von den Patriots bzw. Chargers mit einem Franchise-Tender ausgestattet, da sie Restricted-Free-Agents waren und sich nicht auf neue Verträge einigen konnten. Daraufhin saßen beide mehrere Saisonspiele aus und verloren somit einiges von dem Geld, das ihnen eigentlich garantiert zustand. Zudem äußerten sich beide kritisch in Bezug auf einen möglichen Franchise Tag, jetzt, da sie eigentlich Unrestricted-Free-Agents sind.

Bei beiden scheint eine Versöhnung mit ihrer Franchise schwierig, wobei die Perspektive von Mankins und den Patriots besser aussieht als die zwischen Jackson und den Chargers. Geld ist natürlich immer ein gutes Argument in solchen Disputen, aber wie viel das sein muss, um die Spieler zu besänftigen, wird spannend zu sehen sein.

Am Beispiel von Mankins zeigt sich aber schon, dass der Franchise-Spieler auch entsprechend entschädigt wird. Mit seinem Rookie-Vertrag verdiente er in fünf Jahren etwas mehr als acht Millionen US-Dollar. Durch die Franchise-Designation sind ihm im kommenden Jahr mehr als zehn Millionen Dollar garantiert!

Weitere Spieler

Neben den bisher Genannten erhielten u.a. Tamba Hali, David Harris und Haloti Ngata den non-exklusiven Franchise Tag. Doch bei ihnen ist es wirklich nur ein Instrument, um Zeit zu gewinnen, denn natürlich will jedes der Teams seinen betreffenden Spieler langfristig binden und eigentlich besteht kein Zweifel, dass die Spieler dazu bereit wären. Und gingen sie doch, bekäme man eben die zwei Draftpicks.

Wird der Tag Bestand haben?

Eine Kleinigkeit muss aber noch berücksichtigt werden beim Gedanken an den Franchise Tag. Dieser ist Bestandteil des alten CBA. Dieses läuft am 3. März ab, was passiert also mit dem Passus, sobald ein neues CBA in Kraft tritt? Heute kann das noch keiner sagen, aber die Chancen, dass ein Franchise Tag weiterhin Anwendung findet, stehen nicht schlecht, jedenfalls dann, wenn es wieder eine Salary Cap gäbe.

Der Tag ist eigentlich nur deshalb eingeführt worden, um sicherzustellen, dass Teams wichtige Spieler halten können, ohne dafür in finanzielle Probleme unter der Gehaltsobergrenze zu kommen. Und sollte man diesen Franchise-Spieler trotzdem verlieren, bekäme man dafür eben eine entsprechende hohe Entschädigung in Form der Picks. Würde die Salary Cap dagegen wegfallen, hätte ein Team auch keine Beschränkung mehr und könnte für einen bestimmten Spieler auch mal deutlich überbezahlen, ohne die sportliche Wettbewerbsfähigkeit des Teams zu gefährden, weil kein Geld mehr für andere gute Spieler ausgegeben werden dürfte.

Doch die Salary Cap bringt eben auch einen sog. Salary Floor mit sich, also eine Gehaltsuntergrenze, wenn man so will. Die Spielergewerkschaft würde sicher liebend gern auf eine Obergrenze verzichten, hieße dies doch im Endeffekt mehr Geld für die Spieler. Doch dies würde auch die Möglichkeit eröffnen, dass Teams, ähnlich wie im Baseball die Pittsburgh Pirates oder Kansas City Royals, sich magerere Jahre nehmen und weniger ausgeben würden. In dieser Zeit würde das Team hohe Gehälter sparen und Spieler bekämen insgesamt weniger als sonst.

Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass die Salary Cap im nächsten CBA zurückkehrt und somit auch der Franchise Tag. Es könnte aber durchaus passieren, dass die aktuellen Tags hinfällig würden und noch einmal verteilt werden müssten, wenn das neue CBA startet. Dies wäre aber nur eine Formalie.

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