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Neuer Insider

  • TERESF
    registriert am 08.11.2017

Was wollen die Spieler?

twifSeit fast einer Woche geht nichts mehr in der NFL. Die Spielergewerkschaft hat sich aufgelöst und einzelne Spieler leiteten eine Kartellklage gegen die Teambesitzer ein.

Willkommen zu This Week in Football. Wir befinden uns im Lockout, was im Grunde bedeutet, dass jegliche Beziehungen zwischen der Liga und den Spielern auf Eis liegen inkl. den Verträgen und jeglichen Transaktionsmöglichkeiten zwischen den Teams. Die Anhörung vor Gericht zum Antrag auf Einstweilige Verfügung gegen den Lockout ist erst auf den 6. April angesetzt, schnell wird sich also nichts tun.

In den letzten Tagen kam häufiger die Frage auf, was eigentlich die Motive der beiden Streitparteien sind. Was wollen die Teams, was wollen die Spieler?

Die Teams haben relativ deutlich gemacht, worum es ihnen geht. In erster Linie um mehr Geld und in Konsequenz dazu, mehr Spiele. 18 um genau zu sein. Dazu eine Begrenzung der Rookie-Gehälter. Das ist lange bekannt und sollte daher niemanden überrascht haben.

Die Spieler hingegen haben bisher noch nicht ein einziges Mal erklärt, um was es ihnen geht. Sie lassen immer nur wissen, dass es ihnen an Vertrauen fehlt. Sie vertrauen den Besitzern nicht. Warum genau, sagen sie nicht. Überhaupt erscheint fehlendes Vertrauen doch eher vage. Medienwirksam, aber am Verhandlungstisch wenig brauchbar.

Stattdessen fordern sie Einsicht in detaillierte Finanzunterlagen jedes einzelnen Teams. Eine Bedingung, von der sie anscheinend wussten, dass die Teams dieser nicht nachkommen würden. Warum sollte auch ein Unternehmen seinen Angestellten solche Daten offenlegen?

Generell hört man von beiden Seiten nur noch Vorwürfe. Die NFL sagt, DeMaurice Smith hatte von Anfang an nur ein Ziel: Die Auflösung der NFLPA, so dass eine Kartellklage seitens der Spieler möglich wurde – laut abgelaufenem CBA wäre eine solche Klage mit intakter Gewerkschaft erst sechs Monate nach Ablauf des Agreements möglich gewesen. Vor Gericht sieht man offenbar bessere Chancen auf einen Deal zu ihren Gunsten – was auch immer dies heißt.

Und die Spieler vermuten, die NFL wollte mit aller Macht einen Lockout, um die Spieler unter Druck zu setzen. Das letzte Vertragsangebot spricht zwar gegen diesen Vorwurf, aber letzten Endes kann man wohl sicher sagen, dass beide Seiten nicht unbedingt gut aufeinander zu sprechen sind zurzeit.

Einen psychologischen Teilerfolg errang die NFL aber in jedem Fall schon: Den Vorsitz im Prozess „Tom Brady et.al. vs. NFL“ wird nicht etwa der 83jährige Bundesrichter David Doty haben sondern Susan Richard. Das mag eine Kleinigkeit sein, doch auf Doty ist die NFL nicht gut zu sprechen, da er im Laufe der Zeit immer wieder Prozesse gegen die NFL zugunsten der Spieler entschieden hatte. Was nicht heißt, dass Richterin Richard nicht genauso gegen die NFL richten wird.

Ein weiterer Aspekt, den der Lockout mitbringt, ist die Tatsache, dass Spieler-Trades nicht möglich sind. Ohne diese würde dem NFL Draft Ende April ein spannendes Element genommen. Trades wären also bloß mit Draftpicks möglich – es sei denn, der Lockout wäre bis dahin gerichtlich untersagt worden.

Bei bestehendem Lockout wären auch Verträge zwischen Teams und den im Draft gezogenen Spielern nicht möglich. Sie dürften dann nicht mal mit ihren Coaches in Kontakt treten.

Zum Schluss noch eine Frage, die ein Leser dieser Seite in den letzten Wochen gestellt hatte: Wenn es 2012 kein neues CBA gibt, völlig gleich ob die kommende Saison gespielt wird, dann wird es auch keinen Draft geben! Ein Draft verstieße nämlich ohne ein Handelsabkommen zwischen den Besitzern und der Spielergewerkschaft gegen geltendes Kartellrecht. Die Begründung dafür ist ganz einfach: Wird ein Spieler im Draft gezogen, kann er nur mit dem einen Team über einen Vertrag verhandeln. Der Wettbewerb ist also stark eingeschränkt und der Spieler hätte keine freie Arbeitsplatzwahl.

Im Übrigen bestünde das Problem schon in diesem Jahr, doch im abgelaufenen CBA wurde festgelegt, dass selbst nach Ablauf und ohne ein neues Abkommen zumindest 2011 ein Draft noch gewährleistet wäre. Diesen Fall haben wir nun.

Es ist eine verzwickte Situation und aufgrund des Rechtsprozesses weiß keiner, wo dies hinführen und wann es ändern wird. Geduld werden wir als Beobachter also mitbringen müssen.

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