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  • TERESF
    registriert am 08.11.2017

Game Review: Madden NFL 09

madden09anniversary_1_thumb.jpgAlle Jahre wieder gibt es für Fans der NFL, die nebenbei noch gerne Videospiele spielen, ein besonderes Datum: Der Tag, an dem die alljährliche Version des Spieleklassikers „Madden NFL" von EA Sports erscheint. Die aktuelle Ausgabe heißt „Madden NFL 09" und markiert das 20jährige Jubiläum der Serie. Ich habe das Spiel auf Herz und Nieren getestet und blicke heute auf die Stärken und Schwächen des einzigen NFL-Spiels auf dem Markt.

Spielmodi

Zunächst einmal sollte man einen Blick auf die Spielmodi werfen, denn das ist so ziemlich das erste, was man sieht, wenn man das Spiel startet. Als erstes wäre da die Option „Play Now". Damit wird ohne große Umschweife ein Spiel gestartet. Man wählt die Teams aus und kann dann noch Einstellungen wie Trikotwahl, Schwierigkeitsgrad und Wetterbedingungen auswählen.

Als nächstes findet man dann die anderen Spielvarianten. Zwei sind saisonbedingte Modi, nämlich „Franchise" und „Superstar", zwei beziehen sich auf die individuellen Stärken und Schwächen des jeweiligen Spielers vor dem Bildschirm, also „Madden Test" und „Virtual Trainer". Abgerundet wird das ganze durch den schon altbewerten Trainingsmodus und den neuen Modus „Madden Moments".

Franchise

ps3_madden09.jpgIm Franchise-Modus wählt man mindestens ein Team aus, mit dem man eine Karriere startet. Auch hier kann man dann noch Einstellungen wie Spiellänge, Schwierigkeitsgrad oder auch die einzelnen Verantwortungen während einer Saison festlegen. Bei letzteren gibt es immer die Möglichkeit, Sachen wie Aufstellung, Spielerverpflichtung usw. selbst zu steuern oder sie vom CPU machen zu lassen. Ebenfalls legt man zu dieser Zeit fest, ob man mögliche Trades erzwingen möchte oder doch lieber realistisch an die Verhandlungen herangeht. Ebenfalls muss sich der User entscheiden, ob er mit den originalen Teams spielt oder doch lieber einen Fantasy Draft durchführt und sich sein Team von Grund auf selbst zusammenstellt.

Hat man das alles hinter sich gelassen, steigt man direkt in die Preseason ein und spielt in seiner ersten Saison natürlich gemäß dem offiziellen Spielplan. Nach der Vorbereitung gibt es noch die Option, seine eigene Draft-Class aus NCAA 09 (ebenfalls von EA Sports) zu importieren. Wenn man also beide Spiele hat, ist dies ein schöner Aspekt, der für Kontinuität und damit Langzeitmotivation bei beiden Spielen sorgt. Man entwickelt also quasi seine eigenen Spieler auf dem College und kann sie dann im Idealfall im NFL-Draft seinem Profiteam hinzufügen...

Während der Saison können wir die Spiele selbst spielen oder sie simulieren lassen. Das gilt im Übrigen nicht nur für die Spiele der eigenen Mannschaft, sondern generell für alle Spiele. Neben dem Spielbetrieb hat man noch weitere Betätigungsmöglichkeiten. Unter dem Punkt „Finance" erlangt der Spieler Einsicht in Einnahmen und Ausgaben der eigenen Organisation - allerdings hat man darauf keinen Einfluss! Dieser Aspekt ist sehr enttäuschend, denn wenn ich schon eine Franchise führe, möchte ich schließlich auch selbst die Finanzen kontrollieren und etwa Preise für Fan-Artikel oder die Verpflegung im Stadion selbst festlegen. Das Gleiche gilt natürlich auch für Eintritts- und Parkplatzpreise...

Was man aber selbst kontrollieren kann, sind die Verträge der Spieler. Es werden Verhandlungen geführt, Spieler können entlassen oder gegen andere getauscht werden. Zusätzlich ist es auch möglich, Draftpicks in Trades mit einzubeziehen. Allerdings gilt dies nur für die Picks der jeweils folgenden Saison, was Schade ist, aber man sollte froh sein, dass es überhaupt geht. Außerdem kann man wie im wahren Leben einen seiner Spieler mit dem Franchise-Tag halten, was beim Betroffenen meistens nicht für Begeisterung sorgt. Die Moral wird dadurch gerne mal gedrückt. Vereinzelt kommt es sogar dazu, dass Spieler, die sich unterbezahlt fühlen, in Streik treten. Diese Angewohnheit kennt man ja und sieht sie eigentlich in jedem Sommer.

Ein weiterer Aspekt der Kaderzusammenstellung ist natürlich das Scouting. Bis zu 15 Collegespieler können von den Scouts beobachtet werden, um für den Draft umfassend informiert zu sein.

Unter dem Menüpunkt „Roster" hat man die volle Kontrolle über den Kader seines Teams. Man legt die Depth Chart fest, kann einzelne Attribute von Spielern verändern und somit Accessoires wie lange Ärmel, Tattoos, diverse Tapes usw. hinzufügen oder entfernen und natürlich auch die Rückennummern verändern. Selbstverständlich lassen sich auch die Fähigkeiten der Spieler anpassen. Wenn sich ein Spieler verletzt, gibt es bei bestimmten Verletzungen die Möglichkeit, Reha-Maßnahmen zu starten. Aber immer mit dem Risiko, dass damit die Verletzung verschlimmert werden könnte. Sollte die Verletzung aber zu gravierend sein und jemand für den Rest der Saison ausfallen, gibt es die Möglichkeit, diesen Spieler auf die Injured-Reserve-Liste zu setzen. Anstelle seiner wäre dann die Verpflichtung eines Free Agents möglich.

Des Weiteren ist es möglich, die Philosophie des Trainers zu beeinflussen. D. h. man entscheidet, ob das Team tendenziell eher den Ball wirft oder mit ihm läuft oder ob die Defensive mehr blitzt oder doch eher zurückhaltender agiert. Dies sind nur ein paar Beispiele, um zu verdeutlichen, was damit gemeint ist.

Wie in allen bekannten Sportspielen üblich, verfügt auch dieses hier über eine ausführliche Saisonstatistik. Wer hat die meisten Passing Yards, wer die meisten Touchdowns und wer fängt die meisten Interceptions? Es sind alle relevanten Statistiken vertreten.

Ebenfalls interessant ist die Möglichkeit, bis zu drei Spieler pro Spielwoche in einzelnen Trainingseinheiten zu verbessern. Allerdings geht dies pro Spieler nur fünfmal in der Saison und bringt auch nicht unbedingt merkliche Verbesserungen der Stärken.

Was die Stärken der Spieler generell betrifft, so tritt über die Jahre meist eine Veränderung ein. Einige Spieler werden merklich besser, andere schlechter. Jedoch wurde durch den zweiten Patch des Spiels hier das Verhältnis etwas übertrieben, so dass sich diverse Spieler zu stark verbessern und es teilweise ziemlich alte Akteure gibt, die trotzdem sehr hohe Werte haben - und teilweise mit ganz hohen Ratings einfach so zurücktreten.

Superstar

Mittlerweile allseits bekannt in EA- und anderen Sportspielen, hat man auch bei „Madden" die Möglichkeit, in die Rolle eines Spielers zu schlüpfen und mit diesem eine ganze Karriere zu durchleben.

In „Madden 09" gibt es drei Möglichkeiten zum Einstieg. Bei der ersten Variante erstellt man seinen eigenen Rookie und wird dann ohne Kontrolle darüber, von einem Team im Draft ausgewählt. Bei der Spielererstellung hat man allerdings nur begrenzt Einfluss auf die Spielstärke, dafür aber umso mehr auf das äußere Erscheinungsbild.

Will man lieber einen real existierenden Rookie spielen, geht dies auch. Der Vorteil hierbei ist, dass der User im Voraus schon weiß, bei welchem Team der Spieler unter Vertrag steht. Und wenn man das schon erwähnte „NCAA 09" besitzt und damit den Modus „Campus Legend" erfolgreich absolviert hat, kann man diese „Legende" dann auch auf seinem Weg in die NFL begleiten. Ein weiteres Beispiel für Kontinuität bei EA Sports.

Ist man erst einmal im Spielbetrieb, so hat man einen Kalender und ein E-Mail-Postfach, über welches alle relevanten Nachrichten verbreitet werden. Zusätzlich gibt es einen Mentor und bekommt natürlich auch seinen Agenten. Je besser dieser ist, desto höhere Chancen hat man auf bessere Verträge usw.

Zwischen den Spielen absolviert der Spieler ganz normal das Teamtraining und kann basierend auf den Leistungen darin, Selbstvertrauen und damit Präzision im Spiel steigern oder eben senken. Im Spiel selbst gibt es die Option, den Rest des Spiels zu simulieren bis der eigene Spieler zum Einsatz kommt oder sich große Teile der Partie als unbeteiligter Zuschauer anzusehen. Vor jedem Drive legt man die Rolle des Spielers fest und kann je nach Selbstvertrauen bestimmte Attribute erhöhen.

Allerdings muss ich hier bemängeln, dass bei Kontrolle von nur einem Spieler die Sicht auf das ganze Feld stark beeinträchtigt ist. Spielt ihr also mit einem Quarterback, ist das schon von großem Nachteil! Außerdem scheint die KI der Mitspieler in diesem Modus nicht unbedingt überragend zu sein, denn mitunter läuft ein Receiver schon mal ohne erkennbaren Grund seitwärts, anstatt einfach geradeaus zum nächsten First Down zu gelangen...

Für Langzeitmotivation sorgt in diesem Modus die sog. „Hall of Fame Progression". Dies ist eine Übersicht, die anzeigt, wie nah der Akteur in seiner Karriere an der Hall of Fame dran ist. Das Ziel ist also, das Ticket nach Canton, OH zu lösen.

Madden Test und Virtual Trainer

Madden 09 wird beworben als das erste Sportspiel, das sich an seine User anpasst. Um dies zu tun, gibt es zuvorderst den „Madden Test". Diesen kann man beim allerersten Start des Spiels absolvieren und ebenfalls zu jederzeit danach. Hier werden einem zugegebenermaßen leicht zu bewältigende Aufgaben in den vier Disziplinen Pass- und Laufspiel, sowie Pass- und Laufverteidigung gestellt. Als Interface setzt EA hier auf eine dreidimensionale Computeranimation, die ziemlich futuristisch aussieht. Zur Erklärung erscheint vor jeder Aufgabe John Madden als Hologramm. Schwierig hierbei ist einzig und allein die Passverteidigung. Vielleicht liegt es nur an mir, aber irgendwie sieht man da kaum Land.

Nach Beendigung des Tests werden die Ergebnisse zusammengetragen und den einzelnen Kategorien Werte zugeordnet. In der Summe ergibt das den „Madden IQ". Wenn man nun ein Spiel startet und beim Schwierigkeitsgrad „My Skill" wählt, wird der Gegner entsprechend der Stärken und Schwächen des Users agieren. Diese Werte werden aber von Spiel zu Spiel angepasst und somit gute Leistungen mit höheren Werten belohnt - und folglich mit höherer Schwierigkeit - und schwache Leistungen entsprechend. Wenn man einem Werbespot zum Spiel Glauben schenken darf, werden nicht nur die Leistungen an sich bewertet, sondern auch bestimmte Entscheidungen im Spiel. Wenn man sich etwa bei einem 4. Versuch und lang dazu entschließt, völlig ohne Not diesen auszuspielen, anstatt den Punter aufs Feld zu schicken und dann nicht den neuen ersten Versuch erlangt, wird dies stark negativ bewertet.

Der Virtual Trainer kommt mit gleicher Aufmachung daher und dient sozusagen als Nachhilfeunterricht in den „Prüfungsgebieten". Das ist zwar eine interessante Idee, doch wie im echten Sport auch, hilft meistens Spielpraxis mehr.

Practice

Dies ist der Trainingsmodus. Hier kann man sich zwei Teams aussuchen, und dann jeden Spielzug im Playbook akribisch testen. Dabei entscheidet man sich im Voraus, ob man eine Offense, Defense oder die Special Teams spielen will. Man kann dies aber auch während der Trainingseinheit noch ändern. Dieser Modus ist an sich ganz hilfreich, wenn man bestimmte Spielzüge genauer einstudieren möchte, denn je nach Team, gibt es ja von Grund auf verschiedene Systeme und Varianten.

Madden Moments

Ein sehr schönes Feature sind die „Madden Moments", mit denen man besondere Momente der letzten Saison nachspielen kann. Einige sind relativ einfach zu bewerkstelligen, andere dagegen fast unmöglich. Da wäre etwa die Aufgabe, mit den New England Patriots beim Monday Night Game in Baltimore den Sieg bringenden Touchdown kurz vor Schluss zu erzielen. Anderweitig wird verlangt, dass man einen Kickoff oder auch einen Punt mit Devin Hester zurückträgt. Das wiederum ist schon sehr viel komplexer, denn diese Übung ist bei Madden in diesem Jahr sehr schwer zu realisieren.

Einziger Wehmutstropfen ist allerdings, dass man diese Ereignisse mit den aktuellen Kadern spielen muss und nicht etwa mit den damals gültigen. Aber das ist aus rechtlichen Gründen nicht zu ändern.      

Online

Ein wichtiger Aspekt des Spiels, insbesondere auf den sog. Next-Generation-Konsolen ist natürlich die Onlinefunktionalität. Viele Spieler empfinden es als langweilig, immer nur gegen den Computer zu spielen und wählen daher eher die realen Gegner irgendwo auf der Welt über das Internet. Mit „Madden NFL 09" ist dies in vielen Variationen möglich. Doch so richtig Spaß macht es eigentlich nur mit einer Internetverbindung, die schnell und stabil ist, denn sonst kommt es schon mal zu Verzögerungen oder gar Aussetzern.

Sollte das aber kein Problem sein, finden sich einige Spielvarianten zur Auswahl. Wie im Einzelspielermodus, gibt es auch hier zum schnellen Einstieg die „Play Now"-Funktion. Dabei muss man gewählt werden, ob ein Spiel „Ranked" oder „Unranked" ausgetragen werden soll, d. h. ob es in der Onlinerangliste auftauchen darf oder nicht. Bei diesem Modus erfolgt die Auswahl des Gegners per Zufall. Man kann aber die Kriterien einschränken und den jeweiligen Kontrahenten nach Spielstärke und Ort ermitteln lassen.

Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, sich einer Online-Liga anzuschließen oder gar selbst eine zu erstellen. Allerdings hört sich das besser an als es tatsächlich ist, denn unter eingefleischten Spielern machte sich nach Veröffentlichung des Spiels große Ernüchterung über dieses Feature breit. Anstatt der frei kontrollierbaren Liga mit realistischem Management, sind die frei wählbaren Einstellungen doch eher begrenzt und haben wenig mit der Realität zu tun.

Eine weitere Variante des Spiels ist das „Session Match". Hier erfolgt die Auswahl des Gegners nicht per Zufall, sondern man sucht explizit nach einem User bzw. erstellt ein Match selbst und wird dann eben gefunden. Diese Variante bietet sich an, wenn man etwa gegen Freunde spielen will. Allerdings kann man nicht nur Spiele gegeneinander austragen, sondern auch die schon erwähnten Mini Games spielen. Diese funktionieren dann genauso, wie in der Offline-Version.

Sehr interessant ist zudem der Menüpunkt „My Online", über welchen man Onlinestatistiken abrufen oder auch per Gamecast aktuell laufende Online-Partien im Liveticker verfolgen kann. Zudem bekommt der User hierüber Zugang zu Sportnachrichten aus dem Internet, die man im Übrigen auch in den anderen Menüs per Ticker erhält.

Lizenzen

Mit das Wichtigste an einem Sportspiel sind sicherlich die Originallizenzen, welche die Spieler mit all ihren Eigenheiten ins Spiel bringen. EA Sports verfügt seit einigen Jahren über exklusive Rechte an den Teams und Spielern der NFL und ist damit die einzige Firma, die NFL-Spiele produzieren darf. Demzufolge sind alle 32 Teams inkl. aller originalgetreuen Stadien vorhanden, mit der kleinen Einschränkung, dass nicht alle Stadien ihren echten Namen tragen. Aber damit kann man sicherlich leben. Ebenfalls sind fast alle Trainer vertreten, die zu Saisonbeginn an den Seitenlinien standen. Und die Teams an sich verfügen über alle offiziellen Trikots plus einiger Retroshirts.

Neu ist das Engagement, das EA Sports bei der Aktualisierung der Teamkader an den Tag legt. Wurden früher immer leere Versprechungen gemacht und in den seltensten Fällen mal sog. Roster-Updates angeboten, so bekommt man nun fast wöchentlich eine neue Version. Am einfachsten erhält der User die jeweils aktualisierte Datei, indem er im Online-Bereich unter „Play Now" versucht, ein Spiel zu starten. Vor Beginn wird auf Roster-Updates gecheckt und wenn eines verfügbar ist, wird dieses direkt heruntergeladen und nach Aufforderung gespeichert. Nun kann das Matchup wieder verlassen werden, wenn ein Spiel gar nicht gewollt war.

Zugegeben, diese Praxis ist ein wenig umständlich und wird in anderen Spielen (von anderen Firmen) eleganter und einfacher gelöst, aber allein die Tatsache, dass man nun so schnell auf Veränderungen reagiert, ist aus EA-Sicht schon ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Gameplay

Noch wichtiger als die Lizenzen ist natürlich die Spielbarkeit. Und gerade bei Sportsimulationen legt man großen Wert auf Realitätsnähe. Insofern muss man also einen gezielten Blick auf den Realismus während einer Footballpartie legen.

Was einem direkt auffällt ist, dass die Spieler sich im Vergleich zum Vorgänger „Madden NFL 08" flüssiger und runder bewegen. Früher wirkte das noch ein wenig abgehackter. Und wie man in einigen Beispielen sehen kann, ließen sich die Entwickler von bestimmten spektakulären Aktionen aus der NFL inspirieren. So wurde z. B. schon ein Zirkuscatch a la David Tyree aus Super Bowl XLII im Spiel beobachtet. Und generell hat man versucht, den Star-Spielern ihre speziellen Bewegungen hinzuzufügen.

Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn selbst nach dem zweiten Patch neigen Receiver immer noch dazu, nach einem Catch nahe der Seitenlinie, ohne Grund ins Aus zu laufen, anstatt im Feld zu bleiben und vorwärts zu kommen. Das kann auf die Dauer schon recht frustrierend sein, wobei man aber sagen muss, dass diese Fälle nach besagtem Patch zumindest weniger wurden. Auch unverständlich ist die Tendenz von Receivern, nach dem Fangen des Balls zunächst zurückzulaufen oder einen unnatürlichen Bogen zu rennen, anstatt sich einfach zu drehen. So werden gerne mal wertvolle First Downs verschenkt.

Ein weiterer Punkt, an dem sich die Geister scheiden, ist die allgemeine Schwierigkeit. Viele User klagen darüber, dass das Laufspiel zum Erliegen kommt. Ich für meinen Teil erkenne zwar, dass dieses deutlich schwieriger wurde als bisher, aber dennoch kann man immer noch gut laufen. Es schadet im Übrigen nicht, einen Fullback zu verwenden. Und die Passverteidigung ist nahezu unmöglich. Das liegt daran, dass der gegnerische Quarterback mitunter übermenschlich spielt, selbst wenn es sich dabei um einen Kyle Orton oder irgendeinen Backup handelt. In der Szene spricht man daher gerne vom „Robo-QB". Dieses Problem hängt wohl in erster Linie damit zusammen, dass man unverständlicherweise auf die sog. Slider für die CPU verzichtet hat. Diese könnten aber als Zusatz-Inhalt in nächster Zeit doch noch über den Playstation Store oder den Xbox Market Place angeboten werden.

Interessant finde ich die „Rewind"-Funktion. Hiermit kann man jeden Spielzug rückgängig machen. Wirft man also eine dumme Interception, kann man diesen Wurf zurückhaben und bekommt dann eine zweite Chance. Das ist gerade am Anfang gut, wenn man das Spiel noch nicht kennt und einfach mal ausprobieren will, wie weit man gehen kann mit seinen Spielzügen...

Man kann also sagen, dass das Gameplay noch einige Lücken aufweist, die man teilweise vielleicht noch in dieser Version schließen kann. Doch alles in allem ist ein klarer Fortschritt im Vergleich zum Vorgänger erkennbar.

Präsentation

Zu einer guten Sportsimulation gehört immer auch die professionelle Präsentation der Spiele. EA ging in dieser Hinsicht ein paar neue Wege und wurde dabei sichtlich von Titeln wie „MLB 08: The Show" oder auch den Spielen von 2k Sports inspiriert. Nach dem Ladevorgang beginnt die Berichterstattung mit einem Kameraflug von der Außenansicht des Stadions über die Außenfassade hinein aufs Spielfeld. Dann wird die Partie per Grafik inkl. des Stadionnamens eingeblendet und Moderator John Madden gibt ab an die Kommentatoren. Diese heißen erstmals Tom Hammond und Cris Collinsworth. Beide sind u. a. bei NBC angestellt, wobei man Collinsworth auch noch als Co-Kommentator für das NFL Network kennt. Hammond kümmert sich um den „Play-by-Play"-Part, während Collinsworth für die Analysen zuständig ist.

Gerade Collinsworth sorgt für Abwechslung mit seinen erfrischenden Kommentaren, allerdings merkt man nach einigen Wochen schon, dass sich vieles wiederholt und man bekommt irgendwie den Eindruck, dass man nicht so viele Variationen an Phrasen aufgenommen hat. Informativ sind seine Analysen bestimmter Spielzüge aber allemal.

Beim Scoreboard setzt man mittlerweile nicht mehr auf eine „Bottom Line", sondern auf eine ovale Grafik oben in der Mitte, die allerdings auch alle wichtigen Informationen beinhaltet. Dazu zählen Punktestand, Down, Game- und Play-Clock. Zudem wird permanent angezeigt, auf welcher Linie der Spielzug beginnt. Außerdem wird gelegentlich auf bestimmte Statistiken einzelner Spieler hingewiesen, wenn diese z. B. Meilensteine wie 100 Yards erreicht haben.

Was die Spielermodelle angeht, so hat man einen weiteren Schritt nach vorn gemacht. Gemäß den Originalen, sehen auch die Spieler immer mehr wie Spieler aus. In der Vergangenheit muteten viele Spielermodelle wie Kleiderschränke an. Einige andere waren viel zu bullig oder zu eckig. In dieser Version hat man da einiges verbessert und die Spieler runder und menschlicher aussehen lassen.

Und sehr schön ist auch das Wetter und seine Folgen. Wenn es stark regnet, wird sich das Spielfeld nach und nach verschlechtern. Jedoch nicht mehr so stark, wie in der 2008er Version, denn damals bildeten sich dann immer Pfützen, was auf einem NFL-Feld ja doch eher selten der Fall ist. Und ganz toll ist den Entwicklern die Verschmutzung der Uniformen gelungen. Bei besagten Verhältnissen kann man manchmal weiße Trikots nicht mehr von dunklen unterscheiden, weil alle voller Matsch sind!

Die Menüs kommen einem bekannt vor, wenn man EA Sports schon länger spielt. Dies ist allerdings kein Kompliment, denn aus meiner Sicht sind diese zumeist eher unübersichtlich und wenig komfortabel gestaltet. Zudem gibt es zu viele Unterpunkte bei den einzelnen Buttons. Gerade Leute, die erstmals mit der Reihe in Kontakt kommen, werden ein wenig Zeit brauchen, sich da durchzufinden.

Weitere Features

Neben den üblichen Trailern zu weiteren aktuellen Sportspielen von EA Sports, gibt es auch in diesem Jahr wieder die Ringe, die man sich mit guten Leistungen zusammenbauen kann. Das Logo auf dem Ring ist frei wählbar. Das kann eines der 32 Teamlogos sein, aber auch vorgefertigte Alternativen. Es gibt insgesamt fünf Ringe, die nach Levels geordnet sind und in jedem Spiel sammelt man Punkte, die den Fortschritt des Rings vorantreiben. Pro Level erhält man eine Statistik mit den wichtigsten Zahlen, also Lauf- und Passyards und eben die Bilanz. Allerdings ist dies nur eine Spielerei und ich glaube nicht, dass dies zur Langzeitmotivation beiträgt...

Ganz neu hinzugekommen ist die Möglichkeit, Videohighlights der eigenen Spiele zu speichern und diese noch dazu online stellen zu können. In jedem Spiel wird jeder Spielzug aufgenommen und kann bis zum Ende der Partie gespeichert werden. Und sollte einem ein Spielzug besonders gut gelungen sein, kann man ihn in der „EA Sports World" jedem zugänglich machen. Auf dieser Seite können dann Kommentare dazu abgegeben und der Spielzug bewertet werden.

Collectors‘ Edition

ps3_madden09collectors_box.jpgWie angesprochen, handelt es sich bei „Madden NFL 09" um die 20. Version der Serie und daher gibt es in Nordamerika zum Jubiläum eine „Collectors‘ Edition". Diese kommt nicht in der normalen Verpackung, sondern in schönem schwarzem Gewand. Zusätzlich wurde dieser Version das Spiel „NFL Head Coach 09" beigelegt, in dem man nicht selbst spielt, sondern den Trainer gibt. In Bezug auf „Madden" kann man mit „Head Coach" Spielzüge selbst erstellen und diese dann zu „Madden" exportieren. Dieses Spiel ist im Übrigen auch einzeln erhältlich, allerdings ebenfalls nur in Nordamerika.

Ein weiteres exklusives Feature der CE sind eine Reihe von Videos des NFL Networks, die größtenteils ganz interessant sind. Und für Nostalgiker gibt es „Madden 93" als spielbare Version.

Fazit 

Wer ein aktuelles NFL-Spiel haben möchte, muss „Madden NFL 09" wählen, denn außer diesem gibt es kein anderes. Es ist aber natürlich nicht so schlecht, wie es viele machen, aber auch nicht so gut, wie von EA versprochen wurde. Bis endlich das Maß an Realismus einkehrt, welches man sich als Ideal vorstellt, wird sicherlich noch einige Zeit vergehen, aber ich für meinen Teil finde das Spiel gut, denn es sieht nicht nur nach Football aus. Und rein grafrisch gesehen, ist man mit HDTV (720p) natürlich auf dem höchsten Stand.

Erhältlich ist das Spiel für alle gängigen Konsolen, getestet habe ich es allerdings nur auf der Playstation 3. Für den PC ist es nicht verfügbar. Und wenn man eine PS3 besitzt, bietet es sich an, das Spiel aus Nordamerika zu importieren, denn das spart einem bis zu 20 € aufgrund des günstigen Dollarkurses im Vergleich zum Normalpreis hier in Deutschland.  

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