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    registriert am 08.11.2017

Game Review: NFL Head Coach 09

 Die Entwickler von EA Sports haben dieses Jahr neben der alljährlich erscheinenden Madden-Reihe ein weiteres Footballspiel herausgebracht, das bereits 2006 seine Premiere auf dem PC und den Old-Gen-Konsolen feierte.

NFL Head Coach 09 ist nach zweijähriger Pause und komplettem Produzentenwechsel zurück im Videospielmarkt und erhältlich für die XBox 360 sowie die Playstation 3. Das Spiel gibt es einzeln als Standalone oder in der 20th Anniversary Collector’s Edition von Madden zu kaufen.

Spielmodi

Bei NFL Head Coach 09 gibt es drei verschiedene Spielmodi: „Coach Now“, „Online Match“ und „Coach Career“. Bei „Coach Now“ hat man die Möglichkeit, sofort als Head Coach am Spielgeschehen zweier NFL-Klubs teilzunehmen. Bei „Online Match“ kann man weltweit gegen andere User spielen, die zu gleicher Zeit ihr Team coachen. „Coach Career“ bietet als saisonbedingter Modi den größten Umfang des Spieles.

Coach Career

Der Hauptmodi in diesem Spiel besteht im Gründen einer neuen und erfolgsorientierten Trainerkarriere. Am Anfang hat man die Wahl, eines der 32 Teams auszuwählen und entweder den aktuellen Coach des Teams zu übernehmen oder gar einen eigenen zu erstellen. Interessant ist, dass hierbei jeder Coach eine andere Mentalität besitzt, sprich, z. B. ein Promotertyp ist, ein Traditionalist, Führer, konservativ Eingestellter, aggressiv Eingestellter, Optimist oder Medienorientierter, etc. etc.

 Hat man seinen Coach ausgewählt oder erstellt, hat man zwei verschiedene Möglichkeiten, das Spiel, bzw. die Karriere zu starten. Entweder entscheidet man sich, ab der Preseason 2008 in die Saison zu starten, oder man kann zurück bis vor die Free Agency gehen und noch einmal die Offseason nach eigenem Geschmack absolvieren. Das bietet einem die Chance, Big Name Free Agents wie Lance Briggs, Asante Samuel, Alan Faneca etc. zu verpflichten und in der NFL Draft seine Wunschspieler zu draften.

Im Vergleich zum Madden Franchise-Modus bietet dieses Spiel viel mehr Tiefe und Unterhaltung. Während der Offseason z. B. muss man nicht nur seine eigenen Spieler resignen, Free Agents verpflichten, sein Coaching Staff erneuern oder das Stadium ausbauen, sondern man muss auf jedes kleinste Detail achten. Während der Offseason erscheint immer wieder der General Manager im kleinen Fenster und drückt seine Tipps, Vorschläge und Wünsche aus. Man muss zwar nicht auf ihn hören, doch um insgesamt besser da zu stehen, ist es von Vorteil, öfters mal nach dessen Geschmack zu handeln.

Als Coach hat man ein Approval-Rating, das von 0 bis 100 reicht. Dieses Approval bedeutet, wie viel Zustimmung man als Head Coach von den Fans, dem Teambesitzer, der Medienwelt, dem eigenen Staff und den Spielern hat. Im voranschreitenden Saisonverlauf kann dieses Approval hin und wieder hoch oder runter gehen, je nachdem, wie gut man abschneidet. Hat man am Ende der Saison beispielsweise ein zu geringes Approval, könnte es durchaus passieren, dass man vor den Teambesitzer treten muss und möglicherweise mit der Entlassung rechnen muss.

Während der Preseason hat man die Gelegenheit, mehr als 53 Spieler in seinem Roster zu behalten, damit man im Training Camp mehr Konkurrenzfähigkeit hat. Zusätzlich bietet es einem die Chance, Sleepers mit hohem Potenzial zu entdecken, die in der Draft vielleicht nicht mal ausgewählt wurden, sondern als Undrafted Free Agents verpfllichtet worden sind. Während der gesamten Preseason kann man zwar sehen, welche Werte die einzelnen Spieler besitzen, doch im Vergleich zum Madden-Spiel gibt es bei Head Coach noch die Wertigkeits-Kategorie „Potenzial“. Das Potenzial sagt über einen Spieler aus, wie gut er maximal im Verlauf seiner Karriere werden kann und ob er ein Bust oder ein Sleeper ist. Allerdings ist das Potenzial während der Preseason nur „geschätzt“, das heißt, man kann unter Umständen einen schlechten Spieler falsch evaluieren, wenn der eingestellte General Manager beispielsweise kein guter Talent-Evaluierer ist. Das richtige und tatsächliche Potenzial erkennt man dann definitiv ab der Regular Season.

 Während der Regular Season hat man jede Woche die Möglichkeit, Game Plans für das kommende Spiel einzustellen und die gegnerische Mannschaft zu studieren. Auch kann man jederzeit eigene Plays kreieren und sie seinem Playbook hinzufügen. Wichtig ist besonders, dass man für jedes Spiel den richtigen Game Plan auf die Beine stellt und genug trainiert. Adam Schefter von NFL Network gibt hierzu computer-generiert mit Original-Stimme jede Woche seine Kommentare ab.

Falls etwas wichtiges in der Liga passiert, z. B. Spieler getradet werden, ernsthafte Verletzungen auftreten, Coaches oder Spieler entlassen werden etc., kommt sofort ein Statement von Adam Schefter, der wichtige Informationen zu den einzelnen Geschehnissen preisgibt. Man hat also immer das Gefühl, als schaue man live NFL Network. Auch über die möglichen Draftkandidaten für das nächste Jahr gibt Schefter jeden Monat Informationen und Berichte bekannt. Man hat also schon ab Woche 1 die Möglichkeit, zur Draft verfügbare Spieler kennen zu lernen und sich über sie zu informieren. Ein Scoutsystem gibt einem die Möglichkeit, College-Scouts in zahlreiche College-Spiele zu schicken, um nach Talenten Ausschau zu halten.

Ist die Regular Season einmal beendet, dann ist noch lange nicht Schluss wie in Madden. Direkt nach den Playoffs muss man festlegen, ob man mit seinem aktuellen Coaching Staff fortfahren möchte, oder ob man Veränderungen vornehmen will. Auch der Teambesitzer gibt hierzu seine Gedanken preis. Hat man sein Staff aktualisiert, geht es sofort weiter, sein Team zu analysieren, sprich Spielern den Laufpass zu geben, die man nicht mehr brauch oder natürlich neue Verträge auszuhandeln. Hierbei ist interessant, dass Verhandlungen mit Spielern nicht immer gleich gelingen müssen, sondern dass sich die gegenseitige Einigung auf einen neuen Vertrag über eine ganze Saison oder Offseason erstrecken kann. Es ist also nicht schlimm, wenn man sich erst mal langsam rantastet und versucht, wichtige Spieler so billig wie möglich im Team zu behalten. Die Spieler verlangen je nach ihrer Einstellung und Kooperation mehr bzw. weniger Geld als sie wert sind. Ein Terrell Owens beispielsweise ist schwer als Schnäppchen zu bekommen, währenddessen ein Teamplayer wie Frank Gore gerne auch an das Team und deren finanzielle Situation denkt.

Ist man mit seinem Team zufrieden, dann geht es weiter in Richtung Draft. Man muss seine Scouts zum Senior Bowl Game schicken und festlegen, welche Spieler sie am meisten im Augenmerk behalten sollen. Nach dem Senior Bowl geht es zur Scouting Combine in Indianapolis, wo fast alle zur Verfügung stehenden Draftkandidaten versuchen, sich für NFL Teams interessant zu machen. Auch hier legt man fest, welche Spieler man am meisten beobachten möchte, um versteckte und unbekannte Attribute der einzelnen Prospects freizuschalten. Hat man auch die Combine absolviert, geht es weiter zu den Pro Day Workouts an den verschiedenen Universitäten und letztendlich dann zu den persönlichen Workouts bei den NFL Teams. Hat man die Draftkandidaten gut genug gescoutet, hat man noch die Chance, sein Draft Board für die kommende Draft aufzustellen, sprich die Spieler, die man am meisten mag, an oberste Priorität zu setzen. Auch eine Mock Draft von ESPN wird durch einen computer-generierten Scott McShay präsentiert. Adam Schefter gibt noch einmal seine letzten Eindrücke bezüglich der Draft Prospects und dann geht es auch schon zur Annual Selection Party. Auf dem userfreundlichen Clipboard sieht man schön übersichtlich, wer momentan an der Reihe ist. Natürlich kann man während der Draft auch hoch und runter traden und sogar auch Draftpicks aus dem nächsten Jahr als Tradeeinsatz bieten. Ihr seht also, das Spiel hat unendliche Funktionen.

 Nach der Draft hat man dann noch einmal die Möglichkeit, weitere Free Agents zu verpflichten und Änderungen am Team vorzunehmen. Interessant ist auch, dass man ausgewählte Rookies nicht sofort verpflichten kann, sondern diese unterschiedlich während der Offseason auf dem Clipboard erscheinen und erklären, dass sie bereit sind, ihre Verträge nun auszuhandeln. Wenn man dabei nicht fair genug handelt oder nicht auf die Forderungen der Spieler eingeht, kann es durchaus passieren, dass sie sich weigern zu unterzeichnen und somit mit einem „Holdout“ drohen. Dadurch kann es geschehen, dass sie das Training Camp verpassen und wichtige Playbook-Erfahrungen nicht sammeln.

Im Spiel selbst hat man an der Sideline die Möglichkeit, alle Plays von Special Teams, Offense und Defense selbst zu callen oder den entsprechenden Coordinator seine Arbeit zu überlassen. Während dem Spielverlauf muss man allerdings erschöpfte Spieler auswechseln und immer wieder Veränderungen durchnehmen, um dem Playcalling der gegnerischen Mannschaft Paroli bieten zu können. Hat man generell gute Coordinators, dann kann man sich auf sie verlassen. Hat man allerdings unerfahrene, dann sollte man hin und wieder doch selbst das Playcalling bestimmen. Während den verschiedenen Mometen auf dem Feld kann es dazu kommen, dass der Head Coach wichtige Entscheidungen treffen muss, beispielsweise bei 4th and 1, ob er für das First Down gehen möchte oder eher das Field Goal schießt etc. Handelt man hierbei im Interesse des General Managers, so geht die Approval-Zustimmung nach oben, wohingegen man Punkte verliert, wenn man zu konservativ agiert.

Es gibt also zahlreiche Funktionen wie ihr seht, aber um alle diese Funktionen aufzulisten, würde der Platz hier nicht reichen. Fakt ist, dass man eigentlich nie zum Verschnaufen kommt, denn nach dem Spiel ist bekanntlich vor dem Spiel, und darauf legt Head Coach besonders viel Wert.

Online Match

Beim Online Match hat man im Vergleich zum Coach Career Modi nicht so viel Stress und kann ganz einfach sein Team aufstellen und gegen ein anderes usergesteuertes Team antreten lassen. Negativ zu erwähnen ist hierbei allerdings die Tatsache, dass man kein Spiel live verfolgen kann, sondern die einzelnen Plays hierbei nur simuliert werden. Man hat also die Chance, die verschiedenen Plays zu callen, allerdings sieht man nur den Ausgang der Plays, nicht die Aktionen selbst. Das mag ein Nachteil im Online-Feature sein, ist aber ohnehin nicht das ausschlaggebende Kriterium an diesem Spiel.

Lizenzen

Wie Madden hat auch Head Coach die original Lizenzen aus der Profiliga und bietet somit den Spielern höchsten Genuss und Realismus. Neben den 32 aktuellen Teams und deren Spielern sind auch alle Head Coaches mit Ausnahme von Bill Belichik im Spiel integriert und sogar alle Assistant Coaches. Nur die General Managers und Teambesitzer haben veränderte Namen.

Auch die Aktualisierung der Kader ist bei Head Coach gewährleistet, denn man hat alle zwei Wochen die Möglichkeit, die aktuellen Rosters mit ihren Änderungen und Spielerverbesserungen- bzw. verschlechterungen herunterzuladen.

Gameplay

Im Vergleich zu Madden 09 muss man leider sagen, dass Head Coach einen Schritt kürzer tritt. Während die 09er Edition von Madden Football schon auf der aktuellen Grafik-Engine basiert, läuft NFL Head Coach 09 noch mit der Engine aus Madden 08. Die Grafik und die Spielflüssigkeit ist also sehr gut zu vergleichen mit der aus dem Madden-Spiel vom letzten Jahr. Dennoch macht das Gameplay insgesamt einen positiven Eindruck. Während des Spiels hat man die Wahl zwischen 6 verschiedenen Kameras, kann die Sicht also je nach Belieben einstellten. Ob Sideline, Endzone, Defense, Übertragung, Cinema Style und und und… für jeden Geschmack sollte etwas dabei sein.

Was besonders zu erwähnen ist, ist die Präsentation der aktiven Seitenauslinie, auf welche die Macher besonders viel Wert gelegt haben. Immer wieder sieht man Spieler, die auf der Bank sitzen und miteinander reden, Spieler, die sich aufwärmen, Spieler die mit Assistant Coaches sprechen, Kicker, die Field Goals üben oder Spieler, die verletzungsbedingt behandelt werden. Dieses Feature drückt dem Gesamteindruck noch einmal seinen eigenen Stempel auf und macht das Spielgeschehen noch attraktiver und realistischer.

Im Kurzen also eine nette Angelegenheit in Sachen Grafik und Gameplay, allerdings kommt man mit Abstand nicht an das Potenzial heran, das Madden 09 bietet.

Präsentation

Die Präsentation der Spiele ist eher durchwachsen, um es elegant auszudrücken. Während der Spiele gibt es keinen Kommentator, man hört nur das Publikum, das Raunen der Fans, den Stadionsprecher und die Kommentare der Spieler und Coordinators, was ja als Head-Coach-Spiel auch Sinn macht. Dennoch fehlt insgesamt die Atmosphäre, wie man sie aus dem Madden-Spiel kennt. Es wirkt ohne Kommentatoren ein wenig „unspektakulär“.

Die Aufmachung des Menüs allerdings ist ein wahres Kunstwerk für sich. Die Produzenten scheinen sich hierbei viel Mühe gegeben zu haben, denn alles ist schön übersichtlich und zudem sehr „NFL Network“-mäßig. Besonders toll ist, dass wie schon erwähnt die beiden Experten Adam Schefter und Scott McShay mit ihren Original Stimmen ins Spiel eingebaut wurden und das Geschehen rund um die NFL aktuell halten. Großes Plus! So etwas in der Art hat es noch nie in einem Sportspiel gegeben und man fühlt sich manchmal schon so, als würde man sein echtes Team coachen, weil alles so realistisch und detailliert erscheint.

Collector’s Edition

ps3_madden09collectors_box.jpgNFL Head Coach 09 gibt es neben dem Standalone auch im Paket zusammen mit Madden 09 als „Collector’s Edition“ zu kaufen. Allerdings müssen europäische Nutzer hierbei folgendes beachten: Da das Spiel nur in Amerika erschienen ist, haben XBox-Benutzer leider keine Möglichkeit, das Spiel zu spielen, weil es nicht regionfrei wie auf der Playstation 3 ist. Playstation 3 Spieler können sich das Spiel aus Amerika zuschicken lassen und profitieren vom regionfreien System. Allerdings schade, dass man dieses Spiel als XBox-Besitzer nicht spielen kann, es sei denn man hat eine amerikanische oder umgebaute XBox.

Fazit

Eine tolle Abwechslung zu den üblichen Madden-Spielen und besonders für extreme Footballfreaks, die sich schon einmal gewünscht haben, eine eigene Franchise aufzubauen, das exakt richtige Spiel. Gelegenheitsspieler und Onlinezocker werden bei diesem Spiel allerdings nicht auf ihre Kosten kommen, denn die Spieler können bei diesem Spiel nicht selbst gesteuert werden, sondern man kann dem ganzen Spielfeldgeschehen nur zuschauen. Wie in echt halt. NFL-Fans, die allerdings auf die Tiefe und Detailtreue einer Footballsaison großen Wert legen, finden in diesem Spiel alles was ihr Herz begehrt und kommen garantiert auf ihre Kosten.

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