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  • TERESF
    registriert am 08.11.2017

Game Review: NCAA Football 09

ncaa 09.jpgNach „Madden NFL 09" und „Head Coach 09" fehlt uns nur noch ein Spiel aus dem diesjährigen Football-Lineup von EA Sports. Die Rede ist von „NCAA Football 09". Die erstgenannten Spiele konzentrieren sich ganz auf die NFL, doch „NCAA Football 09" steht, wie der Name schon verrät, für den College-Sport und auch hier hat EA wie immer viele Verbesserungen zum Vorgänger aufzuweisen und präsentiert uns ein komplexes Spiel mit unseren Lieblingsteams von den Colleges der USA. Wir haben uns dieses Spiel genauestens angeschaut und sagen euch heute, wie gut es wirklich ist und was für Features den Spieler erwarten.

Spielmodi

Wie schon bei Madden gesehen, bietet NCAA 09 ebenfalls verschiedene Möglichkeiten, Football zu spielen. Die simpelste Variante ist auch hier das „Play Now". Man wählt einfach zwei Teams, kann dann noch Trikots, Wetter und Stadion auswählen und steigt dann direkt in die Partie ein. Das Wetter kann man im Übrigen selbst erstellen oder auf einen Live-Feed vom Weather Channel zurückgreifen, der einem dann die aktuellen Wetterverhältnisse aus dem jeweiligen Ort übermittelt und diese werden dann im Spiel dargestellt. Ich persönlich finde das sehr interessant und hätte sowas auch gern in anderen Sportspielen!

Des Weiteren hat man die Möglichkeit, eine „Dynasty" zu starten, eine „Campus Legend" zu werden und diverse Mini-Games zu spielen. Zudem gibt es den Practice-Modus und als große Neuerung den sogenannten „Coke ZeroTM Mascot Mash Up".

Dynasty

mattryan_2.jpgZu Beginn dieses Modus wählt man bis zu zwölf Teams aus allen Division-I-Conferences aus und startet damit seine Karriere als Head Coach. Wichtig hierbei ist, dass man anders als bei Madden, hier nicht das College an sich spielt, sondern wirklich den Head Coach, was nichts anderes bedeutet, als dass man die Teams auch wechseln kann.

Man hat volle Kontrolle über alle teambezogenen Belange. Vor der Saison füllt man sein Recruiting Board mit Talenten aus dem ganzen Land und kann sich mit ihnen telefonisch unterhalten und über deren Vorlieben zu festgesetzten Themen reden. Anhand dieser Gespräche wird ein Spieler dann entweder größeres Interesse am jeweiligen College gewinnen oder sich eher auf andere Schulen konzentrieren.

Danach legt man fest, wer für die kommende Saison zu den „Red Shirts" gehört, also den Spielern, die zwar am Training teilnehmen dürfen, aber nicht in den Spielen eingesetzt werden, weil ihre Position evtl. schon überbesetzt ist mit Leuten, die nicht mehr lange spielberechtigt sind. Das Maximum liegt hier bei vier Jahren (Freshman, Sophomore, Junior, Senior). Wie im richtigen Leben, sorgt der Red-Shirt-Status dafür, dass ein solcher Spieler damit weiterhin die vollen vier Jahre wird spielen können.

Als nächstes legt man die Depth Chart fest, bestimmt also wer die Starter des Teams sind und wer die Backups. Zum Schluss der Saisonvorbereitung kann man dann noch den Spielplan anpassen. Auf dem College ist es nämlich so, dass die Teams ihre Spielpläne weitestgehend selbst festlegen und nur die Begegnungen innerhalb der eigenen Conference festgeschrieben sind. Alle anderen Gegner und Spielorte sind frei wählbar. Allerdings ist es, wenn man auf eine gute Position in den BCS-Tabellen hofft, ratsam, auf überwiegend schwache Gegner zu verzichten...

Sind diese Vorbereitungen abgeschlossen, geht es direkt in die Saison. Theoretisch besteht die Möglichkeit, alle angesetzten Partien zu bestreiten, doch da dies extrem viele sind, konzentriert man sich besser auf die des eigenen Teams. Man hat auch weiterhin Gelegenheit, im Team-Management Anpassungen bei Aufstellung, Strategie und der generellen Zusammenstellung des Kaders vorzunehmen. Außerdem wird eine Trainingsfunktion angeboten, mithilfe derer man das Playbook seines Teams besser einstudieren kann.

Zu größerem Realismus trägt die starke Einbindung von ESPN bei, denn der „Worldwide Leader in Sports" ist nicht nur durch ein Logo auf dem Laufband am unteren Bildrand vertreten, sondern bietet auch diverse Info-Sektionen an. So gibt es eine eigene Übersicht „NCAA News", in der fiktive „ESPNNEWS Headlines" präsentiert werden sowie aktuelle Spielberichte zu den jeweils absolvierten Begegnungen. „Campus News" liefert immer wieder interessante Anmerkungen zur eigenen Mannschaft und natürlich gibt es auch die allseits beliebten Rankings. Zu Beginn jeder Saison werden Preseason Polls angeboten, wir bekommen Vorschauen auf die jeweilige Conference und es gibt sogar eine Liste mit den Preseason-All-Americans.

Zusätzlich gibt es die „Heisman Watch" und die „Toughest Places to Play". All diese Übersichten werden dann im Laufe der Saison aktualisiert und stellen dann die erbrachten Leistungen dar. So werden dann irgendwann aus den Preseason Polls die BCS-Standings usw.

Die nächste Rubrik ist die Statistikabteilung. Hier gibt es nicht nur alle möglichen Zahlen zu den Spielern und Teams, sondern auch Rekordbücher der Schulen und der NCAA insgesamt. Diese gilt es dann natürlich zu brechen!

Das Ziel in der Dynasty ist natürlich klar, nämlich sein Team bestmöglich spielen zu lassen. Zudem gibt es klare Vorgaben für die Coaches. Spielt man z. B. mit einem der großen Colleges, ist das Ziel natürlich, die eigene Conference zu gewinnen und nach Möglichkeit auch einen BCS Bowl. Nach der jeweiligen Regular Season tritt man nämlich bei entsprechendem Erfolg in einem der Bowl Games auf, die allesamt vorhanden sind! Während der Saison muss man sich im Übrigen auch regelmäßig um die Zukunft kümmern, also versuchen, neue Leute zu rekrutieren, wofür man vor der Saison ja nur den Grundstein legt. Gerade die Topleute sagen in aller Regel nicht direkt zu, sondern lassen ihre Entscheidung zumeist bis spät in der Saison offen oder zögern sie sogar bis in die Offseason hinaus. Und hat man erst mal eine Saison absolviert, geht das Spiel im folgenden Jahr aufs Neue los - wie in der realen College-Welt eben auch.

Campus Legend

Was bei Madden der Superstar-Modus ist bei NCAA die Campus Legend. Der Modus startet damit, dass man vor der Wahl steht, ob man einen Spieler selbst kreieren möchte oder aus einem bereits existierenden Akteur eine Legende macht.

Entschließt man sich, einen Spieler zu kreieren, hat man zunächst mal die Möglichkeit, seine Biographie zu schreiben. Man gibt ihm einen Namen, legt seine Position und seine Rückennummer fest und gibt an, welches sein Lieblingscollege ist. Hinzu kommt die Herkunft (50 Bundesstaaten der USA oder Kanada inkl. Heimatort) und die letzte Schule, wobei man dabei kreativ sein darf und jeden möglichen Namen eingeben könnte. Dann passt man noch die körperlichen Eigenschaften wie Größe, Gewicht und Aussehen sowie die Ausrüstung seinen Wünschen an und legt sogar die Farbe der Highschool-Uniform fest. Hat man dies alles erledigt, steigt man ein ins Spiel.

Als erstes bestreitet der Spieler noch mit seinem Highschool-Team die State Playoffs und kann sich so für ein Stipendium auf einem College empfehlen. Je nachdem wie gut man sich in diesen Playoffs schlägt, bekommt man dann Angebote von Colleges, wobei einem klar gesagt wird, für welche Position auf der Depth Chart man vorgesehen ist. Hat man sich erst einmal für eine Schule entschieden, kommt man direkt auf den Kalender, wo die jeweiligen Termine zu finden sind. Hat man sich allerdings dazu entschlossen, einen bereits existierenden Spieler zu wählen, fällt der ganze Part mit der Spielererstellung und dem Highschool-Spiel natürlich weg.

Wichtig ist in jedem Fall, regelmäßig am Training teilzunehmen. In diesem spielt man mindestens zehn Spielzüge und kann dann entscheiden, ob man weitermachen möchte oder nicht. Für geglückte Aktion werden Punkte verteilt, die letztlich darüber entscheiden, welche Rolle man im Team spielt.

Neben den Trainings gibt es noch die normalen Lernveranstaltungen am Vormittag und Abendtermine, die man selbst bestimmen kann. Zur Auswahl stehen ein Bibliotheksbesuch, der Kraftraum, das Einstudieren des Playbooks oder der Besuch beim Physiotherapeuten. Je nach Wahl werden sich bestimmte Attribute verbessern bzw. verschlechtern. Beschäftigt sich der Spieler etwa mit dem Playbook, steigt die „Awareness", doch der GPA (Great Point Average), der die schulischen Leistungen angibt, könnte darunter leiden. Sollte dieser zu sehr fallen, dürfte man, wie im wahren College-Alltag, nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmen...

Die weiteren Menüs sehen denen der Dynasty sehr ähnlich. Einziger Unterschied ist der Punkt „My Career", unter welchem alle bisherigen Leistungen, Statistiken, Auszeichnungen und Fähigkeitsfortschritte aufgelistet werden. Zudem gibt es einen Unterpunkt, der sich mit den schulischen Leistungen befasst.

Im Spiel an sich wird nur der eigene Spieler gesteuert und der Rest der Partie wird entweder simuliert oder als Zuschauer von der Seitenlinie aus mit verfolgt. Das Ziel des Spiels ist es dann, den Spieler so gut wie möglich dastehen zu lassen, sprich: Er sollte möglichst gute Statistiken anhäufen, Titel und Auszeichnungen sammeln und wird somit zur „Legende". Als schönes Zusatzfeature kann man im Übrigen diesen Spieler dann auch nach „Madden NFL 09" exportieren und mit diesem dann den Superstarmodus absolvieren.

Mini-Games

Gerade für Partys oder einfach mal zwischendurch eignen sich die vielen Mini-Games, die allesamt bestimmte Aspekte des Footballs aufgreifen und mit anderen bekannten Spielen verbinden. Es gibt fünf verschiedene, nämlich „Horse", „Special Teams Challenge", „Tug-of-War", „Bowling" und „Option Dash" und die gehen wie folgt...

Das Grundprinzip ist immer das Gleiche, man wählt sich zwei Teams aus und absolviert mit diesen die Spiele. Bei „Horse" spielt man die jeweiligen Kicking Teams und muss ein Field Goal erzielen. Dabei legt man selbst eine Position fest und kann die Windrichtung und Windgeschwindigkeit beeinflussen. Trifft man, muss der Gegner einem das nachmachen. Schafft er dies, geht es genauso weiter, versagt er, bekommt er einen Buchstaben. Die Anzahl dieser kann man verändern. Spielt man mit drei Buchstaben, hat derjenige verloren, der zuerst diese drei angerechnet bekommt. Das Spiel ist angelehnt ans Hufeisenwerfen (amerikanisch: „Horse shoe").

In der „Special Teams Challenge" versucht man, Punkte zu erzielen. Wer zuerst punktet, gewinnt. Dies ist allerdings nur möglich mit einem Punt-Return oder einem Field Goal (oder einem Fumble-Return). Jedes Team ist abwechselnd an der Reihe und kann entscheiden, ob es puntet oder ein Field Goal versucht. Gestartet wird der Spielzug immer an der Stelle, an der man zuvor gestoppt wurde. Ähnlich funktioniert auch „Tug-of-War", das dem Seilziehen nachempfunden (und die direkte Übersetzung dafür) ist. Auch hier ist jedes Team abwechselnd an der Reihe. Allerdings kommen hier Offense und Defense zum Einsatz und die Auswahl an Spielzügen wird einem durch die „Ask-Corso-Funktion" vorgegeben. Sieger ist wieder dasjenige Team, welches zuerst punktet, also einen Touchdown oder einen Safety erzielt.

Das Bowling beginnt von der Zehn-Yard-Linie und das Ziel ist es, den Ball möglichst in die Endzone zu befördern. Das Punktesystem funktioniert wie beim richtigen Bowling, d. h. pro Yard gibt es einen Punkt. Man hat immer zwei Versuche, um einen Touchdown zu erzielen. Schafft man es beim ersten Mal, ist dies ein Strike, beim zweiten Mal wäre es ein Spare. Und schafft man es nicht, erzielt aber dennoch einen Raumgewinn, werden einem diese Punkte ebenfalls gutgeschrieben. Negative Punkte bei Raumverlust gibt es aber nicht, verliert man aber den Ball schon beim ersten Versuch, ist der Frame direkt beendet. Zudem hat man die Wahl, im Einzelspielermodus nur einfach für sich zu bowlen und damit nur die Offense zu spielen oder aber auf beiden Seiten zu agieren gegen die CPU...

Und beim „Option Dash" bekommt man zwei Minuten Zeit, so viele Yards und Punkte wie möglich zu erzielen, allerdings nur unter Verwendung der einzelnen Option-Spielzüge. Punkte gibt es hier für jeden Raumgewinn sowie für das Brechen von gegnerischen Tacklings, Pitches und natürlich Touchdowns.

Alles in allem sind all diese Spiele relativ leicht zu verstehen und bieten durchaus Spaß für Zwischendurch.

Practice

Wie der Name schon sagt, ist dies die Trainingsfunktion des Spiels. Hier steht das komplette Playbook des jeweiligen Teams zur Verfügung und man darf ohne Stress alles ausprobieren. Das gilt natürlich sowohl für die Offensive als auch für die Defensive und die Special Teams.

Coke ZeroTM Mascot Mash Up

Übertroffen werden die Mini-Games in puncto Spiele für Zwischendurch nur noch von diesem Modus. Dies ist sozusagen die Arcade-Variante des Spiels. Man spielt nicht mit den Spielern der Teams, sondern mit ihren Originalmaskottchen. Dabei gibt es keine Unterschiede in der Spielstärke und die Maskottchen haben sogar noch ein paar extra Bewegungen, die die normalen Spieler gar nicht könnten. Wer also mit den Golden Gophers gegen die Gators spielen will, kann dies jetzt tun! Es macht in jedem Fall sehr viel Spaß und sieht auch noch witzig aus, wenn Krokodile Gophers übers Spielfeld jagen.

Online

Die Onlinefunktionalität ist so ziemlich die Gleiche wie bei Madden, wobei die Online-Liga hier Dynasty heißt. Es gibt auch hier wieder die „Play Now"-Funktion, mit der man ohne große Umschweife ein Spiel innerhalb oder außerhalb des Rankings spielen kann. Zudem findet sich hier auch die Möglichkeit, ein „Session Match" zu erstellen oder bei einem anderen User einzusteigen.

Ebenfalls finden sich Leaderboards und ein Zugang zur „EA SPORTS WORLD", die u. a. alle Online- und Offlinestatistiken des Spielers enthält. Neu ist zudem der „EA Locker", mit dem man selbsterstellte Team-Roster hochladen, aber auch selbige von anderen Usern herunterladen kann. Dies ist schon deshalb reizvoll, da es die Lizenzen nicht erlauben, die Originalspielernamen zu verwenden...

Lizenzen

Die Lizenzen mit der NCAA umfassen alle Division-I-College-Teams mit ihren originalgetreuen Stadien (nicht alle haben ihre echten Namen, aber die Architektur stimmt), den Trikots (Heim-, Auswärts- und wenn vorhanden auch Alternativtrikots), den Logos und natürlich auch den Maskottchen, die immer mal wieder in Zwischensequenzen wie beim Touchdown-Jubel zu sehen sind. Zusätzlich enthalten sind die Conference-Logos, die Bowl-Games inkl. den Stadien und allen Originaltrophäen. Ebenfalls werden die „Rivalry Games" berücksichtigt, welche zum Teil eigene Titel und Spielorte haben und für die es ebenfalls Trophäen gibt. So findet etwas das traditionelle Florida-Georgia-Game in Jacksonville statt und der Sieger des Spiels zwischen USC und UCLA bekommt die „Victory Bell".

Und damit nicht genug, denn zu den Trophäen, die die Teams erringen können, gibt es auch alle individuellen Auszeichnungen wie der Heisman Trophy für den besten Spieler des Jahres. Einziges Manko ist das Fehlen der Spielernamen, denn diese sind nach NCAA-Regularien nicht verfügbar. College-Sportler dürfen keine Einnahmen aus ihrem Engagement am College erhalten und daher sind die Persönlichkeits- und Namensrechte auch für solche Videospiele tabu. Daher wird es auch nie einen aktuellen College-Sportler auf dem Cover der Serie geben.

Nichtsdestotrotz sind alle Spieler realitätsnah enthalten, d. h. sie tragen ihre Nummern und haben das Aussehen und die Attribute der echten Spieler. Doch anstelle der Namen wird z. B. Floridas Tim Tebow als „QB #15" geführt. Wen das stört, kann sich Namen zufällig zuordnen lassen oder diese selbst bearbeiten. Doch die einfachste Lösung ist es, die EA-Locker-Funktion im Online-Bereich zu nutzen. Denn hier werden Originalspielerkader von bestimmten Usern angeboten. Meine habe ich von „ncaaStrategies". Dafür geht man einfach auf „Online", „EA Locker" und dann auf „Download Roster". Hier gibt man dann eben genannten Namen ein und lädt die Datei herunter. Und schon bekommt man die echten Namen der Spieler.

Gameplay

Wer „Madden 09" kennt, wird sich auch hier schnell zu Recht finden. Die Steuerung ist weitestgehend identisch, hat aber einige College-spezifische Änderungen aufzuweisen. Am auffälligsten ist sicherlich die Möglichkeit, sog. „Laterals" zu werfen oder diese nur anzutäuschen. In der NFL wird sowas nur in den seltensten Fällen praktiziert, doch im Collegesport sind die Option-Spielzüge Teil jedes Playbooks. Und gerade um diese realistisch ausführen zu können, braucht es hier die Möglichkeit, einen Ball seitwärts oder gar rückwärts zu „pitchen", anstatt ihn, wie üblich, vorwärts zu werfen.

Was die Playbooks angeht, so finden sich viele ähnliche Spielzüge. Man könnte fast sagen, einiges sieht sogar zu ähnlich aus. Doch je nach Team, schwankt das natürlich. Auch in diesem Spiel sind die jeweiligen Spielzüge und Formationen den Teams nachempfunden. Die Oregon Ducks werden z. B. einen großen Teil ihrer Offensivspielzüge aus der Pistol-Formation starten, die, grob gesagt, einer kleinen Shotgun entspricht. So etwas wird man in der NFL wohl nie zu sehen bekommen!

Spielt man mit Boise State, so werden einem die Spielzüge „Hook and Ladder" oder auch „Statue of Liberty" begegnen, mit denen das Team den Fiesta Bowl 2007 gegen Oklahoma gewann. Und außerdem stehen den Teams viele Trickspielzüge zur Verfügung. Bestes Beispiel dafür sind die mannigfaltigen Versionen des Punt-Fakes...

Ein großer Kritikpunkt des Vorgängers war das Stocken zwischen den Spielzügen. Hatte man ein „Play" beendet, stockte das Spiel kurz, dann kam der Auswahlbildschirm für den nächsten Spielzug und dann stockte es erneut. Das passiert zwar immer noch hin und wieder, aber es wurde deutlich minimiert. Es läuft jetzt alles merklich flüssiger.

Was die Spielzugauswahl angeht, so gibt es weiterhin viele Möglichkeiten, den richtigen auszusuchen. Entweder sucht man nach Art des Spielzugs (Run, Pass, Special Teams), nach Formation (I-Formation, Shotgun, Singleback usw.) oder man fragt den TV-Experten Lee Corso, der zugleich als einer der Co-Kommentatoren fungiert. Gleiches gilt natürlich analog auch für die Defensive, wobei man hier nur nach Formationen unterscheiden kann.

Nachdem man seine Entscheidung getroffen hat, kann man an der Line-of-Scrimmage wie gehabt mit Audibles Anpassungen vornehmen. Die einzelnen Befehle werden dafür zur Erinnerung grafisch dargestellt.

Wie Madden hat aber auch NCAA ein ganz großes Problem: Wirft man einen Pass zu einem Receiver nahe der Seitenlinie, so passiert es nicht selten, dass dieser nach dem Fangen des Balls direkt ins Seitenaus läuft, ohne dass man etwas dagegen tun könnte. Beim vom CPU gesteuerten Team das Gleiche. Zudem habe ich beim Campus-Legend-Modus festgestellt, dass einige Spieler dazu neigen, zunächst mal nach hinten und erst nach einigen Drehungen vorwärts zu laufen. Das tun zwar einige Spieler in der Realität auch, doch wird es hier ein wenig übertrieben! Hier müssen die Programmierer für die nächste Version also dringend ansetzen.

Große Verbesserungen gelangen allerdings bei den Bewegungen der Spieler. Sie laufen jetzt nicht mehr so extrem auf Schienen wie früher. Und wenn einer an der Seitenlinie entlang tippelt, wird dies nun deutlich sichtbar und man spürt, dass der Spieler um sein Gleichgewicht kämpft. Ebenfalls neu sind Tackles in der Luft. Wenn ein Receiver hochspringt, um einen Ball zu fangen, kann ein Verteidiger ihn mit einem harten Hit am Catch hindern und den Spielzug abbrechen. Das sieht sehr realistisch aus und kann auch öfters in wirklichen Spielen beobachtet werden.

Und dann wären da noch die Catches an sich. Bei komplizierten Bällen kommt es schon mal vor, dass der Receivers erst eine Hand oder nur ein paar Finger an den Ball bekommt und ihn erst anschließend richtig fängt. Sowas sahen wir beim Vorgänger definitiv noch nicht. Dies sind zwar alles eher Kleinigkeiten, doch oft sind es eben diese, die einem Spiel Realismus verleihen.

Neben all diesen Verbesserungen an der Spielbarkeit, geht EA in diesem Jahr noch einen Schritt weiter. Man bringt die Psyche und das Publikum mit ins Geschehen.

Wenn ein Kicker am Ende des Spiels den Sieg auf dem Fuß hat, greifen die gegnerischen Trainer gerne zum „Icing the Kicker". Dabei wird kurz vor dem Kick eine Auszeit genommen, um dem Kicker noch einmal Zeit zu geben, über die Wichtigkeit des folgenden Schusses nachzudenken. Dadurch wird er nervös und EA hat diese Nervosität nun ins Spiel gebracht. Dies stellt sich wie folgt dar: Bei normalen Schussversuchen sieht man den Kickmeter, mit dem man Richtung und Stärke des Schusses mittels des rechten Analogsticks steuert. Legt man den Kicker nun auf Eis, vereist auch dieser Kickmeter. Man sieht die Anzeige also nur noch eingeschränkt und muss sich auf sein Timing verlassen, wenn man den Schuss ausführt. Das macht diesen ungemein schwieriger und ich selbst habe auf diese Weise schon einmal ein Spiel verloren...

Der andere neue Aspekt ist der Heimvorteil. Es ist üblich, dass das Heimpublikum eher still ist, wenn die eigene Mannschaft in der Offensive ist. Dadurch verstehen die Spieler Kommandos vom Quarterback und die Gefahr eines Fehlstarts ist nicht so hoch. Sollte es doch zu laut sein, ist es möglich, dem Publikum zu signalisieren, leiser zu werden vor dem Snap. Umgekehrt dagegen, wird das Publikum aber ungemein lauter, wenn der Gegner den Ball hat - auch hier kann man es zu mehr Lärm auffordern. Doch wie wirkt sich das jetzt auf das Spielen an der Konsole aus? Nun, man kann sich im Normalfall vor jedem Snap seine Laufrouten noch einmal anzeigen lassen per Tastendruck. Spielt man nun auswärts und das Publikum macht einen riesen Lärm, so werden diese Routen-Grafiken stark verzerrt dargestellt, so dass man nur noch erahnen kann, wo diese Linien hinführen. Das erschwert natürlich auch mögliche Audibles, besonders, wenn man das Playbook nicht so gut kennt.

Allerdings ist es auch möglich, dass Publikum auswärts ruhigzustellen. Dafür muss man „nur" den Gegner klar dominieren und eine große Führung herausarbeiten, dann wird das Publikum schnell still - wie im echten Leben. Wie ich finde ein sehr schönes Feature, das sich EA da ausgedacht hat.

Präsentation

Die Menüs sind unterlegt mit Bildern von Spielern des Teams, welches man als Lieblingsteam eingestellt hat oder vom Team, mit welchem man eine Dynasty spielt. Die Menüs an sich sind vom Stil her identisch mit denen bei Madden. Also auch zu verschachtelt und gerade für Neulinge zu unübersichtlich. Dies scheint also ein EA-typisches Problem zu sein.

Während man sich in den Menüs bewegt, läuft im Hintergrund die jeweils aktuelle Sendung von ESPN Radio mit aktuellen Sportnachrichten. Ergänzt wird dies durch einen Newsticker, der unten am Bildrand die neuesten Infos aus der Welt des Sports präsentiert.

Ein Match startet direkt mit einem Flug ins Stadion und einer Begrüßung inkl. Vorstellung von Kommentator Brad Nessler. Dieser wird begleitet von den Experten Kirk Herbstreit und Lee Corso, die man alle drei von ESPN kennt. Die Kommentare erscheinen zwar ganz nett und gerade Corso bringt mit seiner abgedrehten Art Frische rein, doch letztlich wiederholen sich die einzelnen Phrasen viel zu oft.

Grafisch hat man erneut an den Spielermodellen gefeilt, so dass diese lebendiger und realistischer wirken. Auch das Publikum, welches in den Farben des Heimteams gekleidet ist, sah schon mal schlechter aus. An den Seitenlinien sieht man recht solide animierte Cheerleader und bei Touchdown-Jubel-Szenen kommt das Maskottchen zum tragen. Außerdem läuft dann gerne mal eine Reihe von Fahnenträgern durch die Endzone.

Akustisch wird das Spiel begleitet von Melodien der jeweiligen Marching Bands, die auf den Tribünen die typische Geräuschkulisse bei einem College-Spiel herstellen.

Die grafischen Einblendungen und insbesondere das Scoreboard sind unterlegt in den Farben der jeweiligen Teams und erinnern vom Stil her ein bisschen an die ESPN-College-Grafiken, wobei deren Scoreboard oben im Bild ist und nicht unten am Bildrand. Durch Pop-Up-Felder wird häufiger im Spiel eine interessante Statistik eingeblendet und sowohl die Grafiken als auch die Kommentatoren weisen bei Gelegenheit auf besondere Leistungen wie 200 erlaufene Yards im Spiel hin.

Ein großes Minus gibt es allerdings für die Handhabung von Jubelszenen nach gewonnen Endspielen. Da gewinnt man z. B. gerade das BCS National Championship Game und was ist? Nichts! Keine Jubelarien, keine Siegerehrung, kein gar nichts! Das einzige, was uns wissen lässt, was wir gerade erreicht haben, ist eine schnöde Einblendung, die uns darauf hinweist, dass wir gerade National Champion wurden - yippie yeah! Wenn ich mich recht erinnere, gibt es bei Madden zumindest mal ein paar Spieler, die abwechselnd mit der Lombardi Trophy zu sehen sind. Aber bei NCAA habe ich sowas nicht mal im Ansatz ausmachen können. Das ist sehr schade, denn ich denke, zu einem Sportspiel gehört auch der Jubel nach einem gewonnenen Titel...

Weitere Features

Mittlerweile ist es bei so ziemlich allen EA-Sports-Titeln Standard, dass man seine Videohighlights nicht nur speichern, sondern auch noch online präsentieren kann. Hierfür braucht es nur einen Account in der EA Sports World und Videos können hochgeladen werden.

Für die Langzeitmotivation hat auch NCAA einen Schrein, in dem alle errungenen Trophäen und Auszeichnungen zu finden sind. Je mehr man gewinnt, desto mehr Pokale stehen in den Regalen. Dabei wird unterschieden zwischen Conference-, Rivalry- und Bowl-Game-Trophäen sowie denen für die individuellen Auszeichnungen.

Ein kleiner Tipp noch am Rande: Wenn man möglichst viele Bowl-Trophäen schachern möchte, muss man am Ende einer Saison nur die Bowl-Games spielen und gewinnen, völlig gleich, ob man das jeweilige Team sonst kontrolliert oder nicht...

Fazit

Ähnlich wie Madden, ist auch dieses Spiel das einzige seiner Art auf dem Markt. Es hat viele Stärken, wie z. B. das Gameplay an sich und die Grafik ist ebenfalls überragend. Es macht wirklich Spaß, diesen Titel zu spielen und ich behaupte einfach mal, dass er für einen Fan des College-Footballs ein absolutes Muss ist. Man bekommt die Chance, mit seinem Lieblingsteam zu spielen, Spieler zu rekrutieren und einen der ca. 20 Bowls zu erreichen bzw. zu gewinnen. Es fehlt dem Spiel an nichts, was es nicht auch im realen Leben zu erlangen gibt. Alle Trophäen, alle Auszeichnungen und alle wichtigen Statistiken sind enthalten und man kann sogar die Schul- und NCAA-Rekorde angreifen. Was will man also mehr von einem College-Football-Videospiel?

Allerdings gibt es immer Raum für Verbesserungen im nächsten Jahr. Die gravierendsten Probleme habe ich angesprochen. Da wäre die fragwürdige Tendenz, ins Aus zu laufen, wenn der Spieler den Ball am Rande der Seitenlinie fängt oder eben das unerklärliche Rückwärtslaufen. Und ganz toll wäre es, wenn EA es in Zukunft schaffen könnte, Jubelsequenzen nach Meisterschaften ins Spiel zu bringen!

Die von mir getestete Version ist die auf der Playstation 3. Neben dieser gibt es den Titel noch für die Xbox 360, Playstation 2, Playstation Portable (PSP) und Nintendo Wii. Einziges Manko ist dabei, dass „NCAA Football 09" nur in Nordamerika erhältlich ist und daher auf den Konsolen außer der Playstation 3 mit einem Ländercode versehen ist. Erhältlich ist das Spiel über diverse Internethändler, die weltweit liefern und natürlich per eBay.

Wenn ihr also nicht nur die NFL auf der heimischen Spielekonsole nachspielen, sondern auch auf dem College Karriere machen wollt, ist „NCAA Football 09" von EA Sports genau das Richtige für euch!   

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