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Kiffin und die Vols: Aus alt mach neu

Alles Neue bringt bekanntlich der Frühling. In Tennessee wurde gleich das komplette Football-Programm generalüberholt. Altbewährtes wurde ad acta gelegt. Es scheint fast so, als wolle man die - mitunter höchst erfolgreiche - Vergangenheit mit aller Macht vergessen machen. Ein Neuanfang ohne Kompromisse.Und mittendrin im Geschehen steht der neue Head Coach Lane Kiffin.

Tut man in Tennessee nicht jemandem unrecht? Phillip Fulmer und das Tennessee-Football-Programm waren doch beinahe schon eine unzertrennliche Institution. Und mit Fulmer hätten die Vols – nach den Erfolgen in der Vergangenheit – sicherlich noch jahrzehntelang weitergearbeitet. Aber irgendwie hatte Fulmer keinen Spaß mehr und trat kurzerhand nach 15 Jahren ab, um - seinen Aussagen zufolge - Jüngeren den Vorzug zu geben.

Aus alt mach neu! Ein in der Sportwelt gelegentlich praktiziertes Vorgehen bei Erfolglosigkeit. Ich frage mich aber ob der in Tennessee vollzogene Recycling-Prozess wirklich das richtige Rezept ist. Es sind doch die „Alten Hasen“ die das Geschäft mit ihrer jahrelangen Erfahrung in und auswendig kennen. Nicht umsonst sind viele College-Footballtrainer jenseits der 60.

Fulmer war ein Exzentriker und über seine Methoden kann man sagen was man will, der Erfolg gab ihm letztendlich Recht! Nicht nur das er die Vols zum Nationalen Meister machte, sein kontinuierliches Vorleben machte ihn zum Liebling der Fans und Spieler. Ich bin mir sicher: Fulmers Abschied wird Tennessee noch lange nachhängen.

Aber wollen wir mal nicht zu vorschnell urteilen und sehen uns Tennessees neuen Jungtrainer einmal genauer an. Lane Kiffin, der im Mai erst seinen 34. Geburtstag feiert, sammelte sowohl im College Football als auch im professionellen Bereich schon diverse Erfahrungen.

Damit ist Kiffin kein unbeschriebenes Blatt. Auch die harte Realität des professionellen Geschäfts bekam er schon zu spüren, als er nach der Zeit als Offensive Coordinator bei den Trojans, 2007 die vakante Trainerstelle bei den Oakland Raiders annahm. Kaum angekommen, musste er sehr schnell erkennen, dass der Profifootball anders tickt. Vor allem mit einem Vorgesetzten wie Raiders’ Eigentümer Al Davis.

So war Kiffins Gastspiel in Oakland dann auch nur temporärer Natur. Nach nur 20 Spielen überwarf sich Kiffin mit Davis und wurde im September 2008 entlassen. Fast auf den Tag genau zwei Monate später stellten die Vols ihn dann als ihren 21. Head Coach vor. Damit ist Kiffin der jüngste Head Coach in der Geschichte eines Division I FBS-Footballteams.

Von Fulmer zu Kiffin – eine drastische Verjüngungskur. Aber wie sieht es denn nun für das sportliche Weiterkommen der Volunteers aus? Wollen wir wirklich ernsthaft über 2009 sprechen? Meiner Meinung nach sollten wir nicht allzu viel erhoffen. Der Aufbau eines College-Football-Programms ist ein langwieriger Prozess. Zumindest hat Kiffin nun mehr Zeit als bei den Raiders. Er wird sie brauchen!

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